Wenn man durch den Drogeriemarkt oder die Parfümerie schlendert, kommt man unweigerlich an den duftenden Regalen mit den hübsch aussehenden Flakons vorbei. Und schnell ist auch mal ein sympathisch klingendes Parfum aufs Handgelenk gesprüht. Kurz dran gerochen – mmmhh. Düfte schaffen einfach Freude. Düfte wecken Erinnerungen. Erinnerungen an Personen oder schöne Erlebnisse. Und der Duft auf dem Handgelenk erinnert an farbenfrohe Blumenwiesen und laue Sommerabende. Nichts auf dem bunten Fläschchen oder der schönen Verpackung erweckt den Anschein, dass der Inhalt des Duftwässerchens vielleicht gar nicht so unschuldig ist, wie es scheint.

Luft holen und tief einatmen.

Immer mehr Menschen entscheiden sich aus ethischen, ökologischen oder gesundheitlichen Gründen für eine vegane Lebensweise. Und diese geht häufig über den Ernährungsaspekt hinaus! So werden auch bei Kleidung oder Kosmetik die Inhaltsstoffe kritisch beäugt. Tierische Materialien wie Leder, Wolle oder Seide sind noch recht einfach zu erkennen. Im Kosmetikbereich ist das Ganze schon etwas komplexer, denn die Produkte sollen einerseits weder tierische Inhaltsstoffe enthalten noch an Tieren getestet worden sein. Hast du schon mal versucht, die “Zutaten” auf deiner Lieblingsmaskara zu entziffern? In vielen Fällen einfach unmöglich und sehr schwer nachvollziehbar.

Was ist an Parfum nicht vegan?

Du ahnst es vermutlich bereits: bei Parfums ist die Lage ähnlich. Bei der Herstellung werden leider einige Inhaltsstoffe verwendet, die alles andere als Blüten und Blümchen beinhalten. Diese sind tierischen Ursprungs und stammen entweder aus Tiersekreten oder wurden an Tieren getestet. Somit sind Parfums sehr häufig nicht vegan. Hier ein paar Beispiele nicht-veganer Inhaltsstoffe:

  • Ambra: ist ein Sekret aus dem Verdauungstrakt der Pottwale, das getrocknet einen angenehm-blumigen Duft erzeugt.
  • Castoreum: ist ein Sekret, mit dem Biber ihr Revier markieren und welches zwischen After und Genitalien produziert wird. Um es zu gewinnen, müssen Biber getötet werden.
  • Hyraceum: ist versteinerter Urin vom Klippdachs, der Pheromone enthält.
  • Lanolin: ist Wollwachs, das aus Talgdrüsen von Schafen stammt. Dieses steckt übrigens auch in vielen weiteren kosmetischen Produkten.
  • Moschus: ist ein Pheromon, das die Moschushirsche zum Anlocken von Weibchen verwenden. Da der Duft auch für uns Menschen verführerisch riecht, ist er in der Parfumherstellung sehr beliebt. Für die Gewinnung müssen die Hirsche getötet werden.
  • Zibet: ist ein Produkt der Zibetkatze. Auch dieser ist moschusähnlich und wird in Parfums verarbeitet.

Es gibt Grund zum Aufatmen!

Glücklicherweise können mittlerweile fast alle der genannten Stoffe synthetisch hergestellt werden. Die Nachfrage nach veganen Düften ist groß und so ersetzen künstliche mehr und mehr die tierischen Bestandteile. Wenn man nun aber kein/e Expert:in ist, erkennt man anhand der kryptischen Wortlaute auf den Parfumfläschchen nicht sofort, ob ein Produkt vegan ist oder nicht. Und da wäre ja auch noch die Sache mit den Tierversuchen. Ein von den Inhaltsstoffen vegan aussehendes Parfum könnte nämlich immer noch an Tieren getestet worden sein. Was kann mal also tun?

Unser Tipp: Im Internet gibt es ganze Listen an Parfums diverser Marken, deren Produkte vegan und tierversuchsfrei sind. Außerdem kannst du dich im World Wide Web über jene Unternehmen und Marken schlau machen, die ihre Parfums grundsätzlich ohne jegliche tierische Bestandteile herstellen und auch kein Animal Testing betreiben. Denn zum Glück gibt es da einige. Vor allem in der Naturkosmetik kannst du viele vegane Parfums entdecken: Marken wie Alterra, Thierry Mugler, The Body Shop oder Lush bieten zahlreiche Düfte ohne tierische Bestandteile an, die noch dazu wunderbar riechen. Auch viele Naturkosmetikmarken der Drogeriemärkte bieten vegane Alternativen. Diese sind praktischerweise immer als “vegan” gekennzeichnet. Online hast du natürlich noch viel mehr Auswahl, daher können auch Online-Shops eine super Alternative sein, nach veganen Parfums zu suchen.

Ist ja dufte!

Ganz ohne Recherchearbeit geht’s in Puncto vegane Parfums noch nicht. Aber wenn du dich auf die Suche begibst, wirst du staunen, wie groß die Auswahl an tierleidfreien Produkten bereits ist. So kannst du dich weiterhin in einen wohligen Duft hüllen und gut riechend mit bestem Gewissen etwas für den Tierschutz und die Umwelt tun.

Alles Liebe,
Verena & Cora