Er ist süß oder scharf, rosa oder blau, lang oder kurz, gepunktet oder blank. Er ist bei Schüler:innen beliebt, bei Lehrer:innen eher weniger, aber auch viele Erwachsene haben standardmäßig immer ein Päckchen in ihrer Hand- oder Jackentasche. Kurz gesagt: Er ist in aller Munde. Die Rede ist von Kaugummi! Auch wir sind Freunde dieses gummiartigen Atem-Erfrischers und haben immer welchen dabei. Doch woraus besteht Kaugummi eigentlich und ist er überhaupt vegan?

Woraus besteht Kaugummi?

Fest steht, dass wir Menschen bereits sehr lange Kaugummi kauen. Bereits in der Steinzeit haben wir mit Baumharzen gestartet und bis heute sind die minzigen Süßigkeiten sehr beliebt. Nicht zuletzt, weil ihnen auch einige positive Effekte nachgesagt werden wie eine bessere Konzentrationsfähigkeit durch die stärkere Durchblutung im Gehirn oder die Förderung der Zahngesundheit. Nach dem Essen schnell einen Kaugummi in den Mund – natürlich zuckerfrei – und man erspart sich (fast) das Zähneputzen. ;)

Heutzutage ist Kaugummi jedoch längst kein Naturprodukt mehr. Während die Baumharze anno dazumal so geschmeckt haben, wie der Baum sie schuf, wird der Geschmack heutzutage durch zugesetzte Aromen erzeugt. Auch wird die Kaumasse chemisch gewonnen und mit Süß- und Farbstoffen und sogar teilweise mit Zucker aufgepeppt. Zucker im Kaugummi ist jedoch wirklich unnötig und etwas, worauf man gut und gerne verzichten kann. Eine kleine Ausnahme ist der Birkenzucker. Dieser besteht aus dem Zuckeralkohol Xylit, dem sogar eine zahnfreundliche Wirkung zugeschrieben wird. Jedoch macht hier die Menge das Gift, denn zu viel Birkenzucker kann auch in Form von zu vielen Kaugummis abführend wirken.

Was ist an Kaugummi nicht vegan?

Bevor man man sich an der Supermarktkasse noch schnell eine Packung Kaugummis aufs Band legt, lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste. Sollten folgende Stoffe darin enthalten sein, so sind die Kaugummis nicht vegan.

  • Gelatine: besteht aus tierischen Knochen, Haut und Sehnen und ist somit alles andere als pflanzlich.
  • Stearinsäure: kann, aber muss nicht pflanzlichen Ursprungs sein. Ist sie tierisch, so stammt sie aus Schweine- oder Rinderfett. In diesem Fall lohnt es sich, im Internet die gewünschte Sorte zu recherchieren oder direkt beim Hersteller nachzufragen.
  • Glyzerin: hier gilt dasselbe wie für Stearinsäure. Der Ursprung von Glyzerin kann entweder ein tierisches oder pflanzliches Fett sein.

Auch manche E-Nummern können tierischen Ursprungs sein. Die bekanntesten sind Karmin
(E 120), Schellack (E 904) und Cystein (E 920).

  • Karmin: verleiht den kleinen Rachen-Erfrischern eine schöne rote Farbe. Die Gewinnung ist jedoch alles andere als schön, denn der Farbstoff besteht aus zerquetschten weiblichen Scharlach-Schildläusen.
  • Schellack: auch die Herstellung von Schellack ist weniger lecker. Als Schellack werden die Ausscheidungen der Gummilackschildlaus bezeichnet und man nutzt diese als Überzugsmittel und Austrocknungsschutz.
  • Cystein: ist ein Eiweiß aus Schweineborsten. Also etwas, das man sich vielleicht nicht so gerne auf der Zunge zergehen lassen möchte.

Kein Kaugummi für Veganer:innen?

Jein, denn die gute Nachricht ist: Die meisten Kaugummis der bekannten Hersteller sind vegan. Im Internet findet man ganze Listen, wo verschiedene Marken zusammengetragen wurden und man einen guten Überblick über die veganen Sorten erhält. Alternativ lohnt es sich immer, die Zutatenliste zu checken oder eine App zu Hilfe zu nehmen, die einem durchs Scannen des Barcodes rasch Auskunft darüber gibt, ob der gewünschte Kaugummi tierische Inhaltsstoffe enthält oder nicht.

In ausgewählten Biomärkten und Online-Shops findet man sogar Bio-Kaugummis, die aus natürlicher Kaumasse bestehen und garantiert vegan sind. Diese bewirken zwar anfangs ein etwas bröseliges Mundgefühl, dafür kann man sich darauf verlassen, dass sie ohne Chemie und sonstige Zusatzstoffe hergestellt wurden. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass diese Sorten biologisch abbaubar sind. Denn so gut Kaugummis uns auch schmecken, der Umwelt schmeckt’s eher weniger. Ein einziger kleiner Kaugummi benötigt in etwa 5 Jahre, um sich zu zersetzen. Wahnsinn, oder?

Wie du siehst, kannst du auch als Veganer:in weiterhin Kaugummi kauen. Wenn du noch dazu den richtigen Kaugummi auswählst, tust du damit einerseits den Tieren etwas Gutes und wenn du ihn anschließend richtig entsorgst, auch der Umwelt.