Vegane Wanderlust

Vegan reisen ist nicht schwer. Aber: Wer sich nicht unbedingt nur auf die gute alte Falafel verlassen möchte, investiert vor der Abreise lieber ein wenig Zeit in Recherche.

Die Website, die man als Veganer_in (oder auch Vegetarier_in) auf Reisen unbedingt kennen sollte, ist happycow.net. Dort könnt ihr euch für sehr viele Orte dieser Welt eine Liste an vegetarischen, veganen und veg*-freundlichen Lokalen und Shops auswerfen lassen.
Anhand der Reviews erkennt ihr dann leicht die Hotspots der jeweiligen Stadt. Achtet hierbei unbedingt auch auf die Aktualität der Einträge – das bewahrt vor Enttäuschungen, wie etwa mit Bärenhunger vor einem seit Ewigkeiten geschlossenen Lokal zu stehen. Und nicht vergessen: Wenn ihr selbst zufällig ein vegan-freundliches Lokal entdeckt, das auf Happycow nicht gelistet ist, teilt euer Wissen mit anderen, indem ihr es auf der Seite eintragt. Für unterwegs gibt’s auch die – allerdings kostenpflichtige – Happycow-App.

Neben Happycow gibt es aber auch genügend Blogs, die die jeweils lokale Szene eines Landes oder einer Stadt beschreiben. Die findet ihr am besten, indem ihr „vegan in [Reisedestination]“ in die Suchmaschine tippt. Da stoßt ihr z.B. im Falle von Belgien auf Blogs dieser Art.

Oder ihr sucht nach Blogs von Veganer_innen auf Reisen, wie z.B. jenem von JoJo von veganinbrighton.com.

Natürlich geht’s auch mit weniger Recherche. Dies ist je nach Zielort unterschiedlich komplex. In Italien zum Beispiel werdet ihr garantiert nicht schief angeschaut wenn ihr Pizza ohne Käse bestellt, denn die steht oft ohnehin schon auf der Speisekarte. In Rumänien verwendet ihr am besten den Schlüsselbegriff „de post“. Er bezeichnet traditionelle orthodoxe Fastennahrung, die bis auf die Ausnahme von Fisch vollständig vegan ist. In Griechenland laufen Fastenspeisen unter dem Begriff „nistísimo“ und in China und Japan werden Veganer_innen im Buddhismus fündig.

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Bestens vorbereitet könnt ihr dann in Rom leckeres veganes Eis schlecken, in Shanghai nach buddhistischer Tradition vegan dinieren und euch in New York ein mächtiges veganes Cheesecake-Stück in den Mund stopfen. All thanks to the internet!

vv_shanghai
vv_cheesecake_nyc

Für etwaige Durst- bzw. Hungerstrecken, solltet ihr sicherheitshalber trotzdem immer ein paar vegane Snacks eingesteckt haben: Powerbars (z.B. Clif, Roo’Bar, oder Pulsin), Nüsse oder ungekühlt haltbare Aufstriche (wie etwa von Vegavita) eignen sich perfekt.

In Ländern, in denen ihr mit euren Sprachkenntnissen nicht durchkommt, könnt ihr übrigens den „vegan passport“ der Vegan Society zur Hilfe nehmen. Darin ist in mehreren Sprachen genau erklärt, welche Zutaten ein veganes Gericht nicht enthalten sollte.

Generell gilt: Es gibt eigentlich (fast) überall Essen, das „accidentally vegan“ – also vegan, aber nicht ausdrücklich als solches ausgewiesen – ist (siehe z.B. diese Flickr-Gruppe).
Das Auskundschaften von Supermärkten nach veganen Produkten kann übrigens auch sehr viel Spaß machen!

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Und gegen das Nichtvorhandensein veganer Essgelegenheiten hilft: Einfach eine Unterkunft mit Kochmöglichkeit buchen und selber kochen. Happy travels!