Das TIAN Bistro am Wiener Spittelberg ist der Ableger des vegetarischen Haubenrestaurants im ersten Bezirk. Ähnlich wie dort, kommen auch im Bistro ausschließlich vegane und vegetarische Speisen auf den Tisch.

Die Speisekarte ist Bistro-gemäß überschaubar (was mich persönlich aber überhaupt nicht stört, da mich zu große Karten auch oftmals überfordern) und alle veganen Gerichte sind allesamt auch als solche gut gekennzeichnet. Da es für mich der erste Besuch dort war, kostete ich mich durch die klassischen À-la-carte-Gerichte des Bistros. Zur Vorspeise probierte ich das TIAN Tatar mit Maisbrot und Paprika-Mayonnaise. Der köstliche Mix aus roten Rüben, Zwiebeln und Pilzen erinnerte nicht nur im Aussehen, sondern auch von der Konsistenz an ein „echtes“ Beef Tatar. Sehr empfehlenswert, wenn man an abwechslungsreicher Küche interessiert ist. Ebenso außergewöhnlich und kreativ waren die TIAN Raphaello aus weißer Polenta mit Kokos und Shiitake – sehr köstlich! Und keine Angst: Die drei kleinen Kügelchen schauen zwar nicht groß aus, machen aber wirklich satt.

TIAN Bistro TIAN Bistro

Diese Experimentierfreude zeichnet auch das Bistro aus. Neben so verspielten Gerichten stehen auch traditionelle Gerichte wie Kaspressknödel sowie Bistro-Klassiker des schnellen Essens wie Burger (Spittelburger hier genannt) oder Flammkuchen auf der verspielten Karte. Wer danach noch Lust auf ein Dessert hat, kann sich zwischen marinierten Bananen auf Erdnussbuttercreme (die einzig vegane Nachspeise auf der Karte), Crème Brûlée und einer Schokoschnitte mit Waldbeeren entscheiden. Auch die Getränkeauswahl lässt keine Wünsche offen. So gibt’s neben hausgemachten Limonaden auch frische Smoothies, Wein, Bier und Tee. Neben der normalen Speisekarte gibt’s auch die Möglichkeit, sich ein 5-Gänge-Menü mit ausgewählten saisonalen Zutaten, die nicht auf der Bistro-Karte zu finden sind, zu bestellen. „Sharing Chef’s Garden“ oder auch #schmatzig nennt sich dieses „Überraschungsmenü“ für 23 Euro ab 2 Personen, das ich bei nächster Gelegenheit einmal probieren muss.

Apropos Preise. Preislich befinden wir uns hier im oberen Bereich. Wer die kreative und frische Küche zu schätzen weiß, wird aber eventuell um einen Besuch im TIAN Bistro trotzdem nicht herumkommen. Frühstücksliebhaber_innen sollten das sogenannte „TIAN Sharing Breakfast“ bookmarken. Für 18 Euro pro Person (exkl. Getränke) werden hier nach und nach pikante und süße vegane und vegetarische Frühstücksgerichte zum Teilen in die Tischmitte gestellt. Darunter befinden sich u.a. auch vegane Frühstücksoptionen wie lauwarmes Malzbrot, diverse Aufstriche, Sojajoghurt für eine Bowl, Obstsalat, ein geschmortes Zwischengericht sowie eine vegane Topfengolatsche. Das Frühstück wird samstags, sonntags und an Feiertagen von 9:00 bis 14:00 Uhr angeboten und sicher auch bald von mir einmal probiert werden.

So kreativ das Essen ausfällt, so schlicht ist das Ambiente. Die Inneneinrichtung ist sehr reduziert mit viel Holz (und wurde vom „LUX“, dem Vorgänger-Restaurant, großteils übernommen). Das Highlight ist jedoch der überdachte Wintergarten, den man bei jedem Wetter benutzen kann. In der warmen Jahreszeit gibt’s zusätzlich noch zwei Schanigarten, wo man laue Sommerabende genießen kann. Das Service steht dem Essen um nichts nach und das Personal ist sehr aufmerksam und berät gerne bei der Essenswahl.

Fazit:
Eine ruhige Oase in der quirligen Spittelbergs-Gegend mit einer Leidenschaft für kreative und verspielte Gerichte wo man sich viel Inspiration für die eigene Küche holen kann. Das Frühstück sowie das Überraschungsmenü werde ich sicher bei Gelegenheit testen.