Swing Kitchen

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Nachdem das klassisch österreichische Wirtshaus in Großmugl seit langer Zeit ein Erfolg ist, swingt der Schillinger nun auch in Richtung Fast Food. “Swing to vegan!” ist das Motto des neuen Lokals und nach einem gediegenen Schnellimbiss in dem hübschen Burgerladen lässt man sich das auch nicht zweimal sagen.

Swing Kitchen von außen Burgerbestellung in der Swing Kitchen

So ganz wird der Sprung zum American Diner aber nicht geschafft. Zumindest das Österreichische lässt sich nicht so ganz aus dem Schillinger rausnehmen: Einer der vier Burger nennt sich “Vienna Burger” und beinhaltet ein Schnitzel. Ähnlich der “Kitchen Wrap”, der mit kleinen Schnitzel-Stückchen gefüllt ist. Ins American Diner eingeschlichen hat sich außerdem ein Falafel-Warp.

Die Wraps sind in der Swing Kitchen übrigens sehr eigen gefaltet, statt eingerollt, wie man es sonst von Wraps kennt.

Auch die Burger sind ein wenig schicker als klassische, simple Fast-Food-Burger. Reichlich gefüllt mit Salaten und Gemüse, versuchen sie definitiv, in die gesündere Richtung zu gehen. Auch die Dip-Saucen sind eher abseits der klassischen Burger-Buden angesiedelt. Besonders fancy: Basilikum-Lemon und Chili-Tomato-Tatar. Natürlich gibt es aber auch die Klassiker, wie Ketchup und BBQ-Sauce. Die Dip-Portionen sind übrigens sehr groß und reichen ohne Weiteres für zwei Portionen.

Swing Kitchen von innen Swing Kitchen Schild

Auf Nachhaltigkeit wird geachtet: Was in der Swing Kitchen nicht essbar ist, ist immerhin kompostierbar oder aus Recycling-Material. Wer hier speist, macht also keinen Plastikmüll. Ganz nach dem Motto “Fantastic without plastic”. – Ein weiterer Grund, um in der Swing Kitchen vorbei zu schauen. Nicht, dass es noch einen bräuchte…

Die Swing Kitchen bietet auch Take Away, sowie einen Lieferservice an, der hoffentlich bald alle Wiener Bezirke erschließt.

Das Ambiente des etwas aufpolierten US-Diners ist stylish-minimalistisch und trotzdem nicht ungemütlich. In schwarz/weiß gehalten, setzt die Swing Kitchen auf Kontraste und Muster. Draußen vor dem Lokal gibt es Sitzmöglichkeiten auf den Fensterbänken. Die Wartezeiten im Selbstbedienungsrestaurants sind meistens kurz und das Personal ist äußerst zuvorkommend.

Am Wenigsten überzeugten mich die Desserts. Ein Hauch von Fusion findet sich hier im Sacher-Muffin. Neben Tiramisu und Mohn-Himbeer-Törtchen gibt es noch einen eher lieblosen Cheesecake, der leider überhaupt nicht begeistert.

Was zum vollkommenen Diner-Erlebnis fehlt sind amerikanische Klassiker wie Hot Dogs und das typisch zünftige Frühstück mit Pancakes, Tofu Scramble, Hash Browns und dem einen oder anderen Scheibchen veganem Speck. Auf meiner Wunschliste ganz oben wären außerdem Milchshakes.

Dafür gibt es Softeis in zwei Geschmacksrichtungen, die optional mit Schokoguss umhüllt werden.

Alles in allem ist die Swing Kitchen ein bisschen zu willkürlich und übertrieben raffiniert. Da lobe ich mir vielmehr den Schillinger, der einerseits auf authentische österreichische Küche setzt und dessen Burger mit mehr Schlichtheit und und weniger Tamtam punkten.

Doch der Swing vom Schnitzerl zum Burger ist ja zum Glück keine Einbahn. Der “original” Schillinger ist immer noch ein Highlight und die gelegentliche Reise aufs Land allemal wert.