Schillinger

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Für kulinarische Highlights fährt es sich gern auf’s Land. In einem Örtchen namens Großmugl, das man sonst wohl nicht zu Gesicht bekäme, liegt – unweit des famosen Großmugls (mehr als nur ein großer Hügel: eine ca. 500 v. Chr. angelegte Grabstätte) – das Gasthaus Schillinger.

Der Inhaber, Charly Schillinger, führt mit dem Restaurant einen langjährigen Familienbetrieb weiter – und lenkt ihn wie selbstverständlich in ein ernährungsbewusstes Zeitalter. Seit dem 18. Jahrhundert war das Wirtshaus bekannt für klassische, österreichische Kost. 1998 begann der Umschwung, als Herr Schillinger im damaligen Betrieb seiner Mutter begann, vegetarische Kost zu servieren und damit großen Anklang fand. 2001 übernahmen Irene und Charly Schillinger das Ruder und wechselten den Kurs in eine ethische und zeitgemäßere Richtung der Gastronomie. Die Schillingers machen ihren Standpunkt klar: eine tierlastige Cuisine soll idealerweise in wenigen Jahrzehnten schon gar nicht mehr salonfähig sein.

Auch der Klimaschutz liegt ihnen am Herzen. Die Website verweist auf die ökologischen Auswirkungen der benötigten Futtermittel für Nutztiere und macht deutlich: Auch die etwas gehobenen Preise des Lokals stehen in keinem Verhältnis zu dem absurden Preis, den wir durch tierische Ernährung bezahlen.

Ein Ausflug zum Schillinger ist somit also dreifach interessant: kulinarisch, kulturell und historisch. Allen Erwartungen zum Trotz wurde das rein vegane Gasthaus ein riesiger Erfolg. Wem es gelingt, mitten in einer ländlich geprägten, alteingesessenen Gegend ein veganes Hitlokal zu kreieren, das sowohl Stammkund_innen behält, als auch Scharen aus der Großstadt anlockt, muss Meister_in der kulinarischen Sphären sein. Genau das bestätigt sich auch beim ersten Bissen in Schillingers vielfältige Spezialitäten. Geschmacklich hervorragend und von erstaunlicher Authentizität sind die Speisen wirklich ein Gaumen- und ein Augenschmaus. Als begeisterte Stammkundin greife ich am Liebsten zur Fleischstrudelsuppe als Vorspeise und versuche danach, mich mit jedem Mal ein Stück mehr durch die wunderbare Speisekarte zu kosten. Alles bisher Probierte hat mich voll und ganz überzeugt und lässt nichts zu wünschen übrig. Meistens lande ich dann aber doch beim großen Klassiker: der Hausplatte. Diese vereint auf einem Tablett alles Gegrillte, was das vegane Herz begehrt. Von Würstchen über Cevapcici, bis hin zu Spießen und Mini-Kotelettes, garniert mit einer Menge frischem Salat. Als Draufgabe gibt’s Kräuterbutter, Pommes und Cole-Slaw. Ein Traum für zwei – denn die Portion ist nicht für eine Person allein gedacht. „Sharing is caring“ ist die Devise. Letztlich ist ja gemeinsamer Genuss doppelter Genuss. Vor allem angesichts des wirklich überwältigenden Angebots an Köstlichkeiten ist es einfach, der Hausplatte treu zu bleiben. Ein wahres Festmahl, dieser „Grillteller“ des 21. Jahrhunderts, das man in dieser Form sonst nirgendwo bekommt.

Neben typisch österreichischen Gerichten im veganen Mäntelchen bietet das Gasthaus aber auch Burger, Falafel, Wraps und Burritos. Als Nachspeise sind unter anderem die Schoko-Nuss-Palatschinken ein krönender Abschluss – sofern noch ein wenig Platz dafür ist.

Das gemütliche, urig-moderne Wirtshaus verfügt außerdem über einen Veranstaltungssaal. Dieser ist für verschiedene Zwecke mietbar und bietet eine umfassende technische Ausrüstung. Im Sommer wird das Schillinger-Erlebnis durch einen gemütlichen Gastgarten perfektioniert.

Im nahegelegenen Lagerhaus Großmugl gibt es eine große Auswahl an veganen, 100% cholesterinfreien Lebensmitteln zu kaufen. Ein Ausflug in dieses beschauliche Eckchen Niederösterreichs ist somit ein rundum erquickliches Erlebnis und sei unbedingt allen nahegelegt.