Rupp’s

Info

An einem Ort, an dem man es eher weniger vermuten würde, befindet sich ein veganes Kleinod der Wiener Kulinarik. In der Arbeitergasse, direkt ums Eck des Cafe Industrie, liegt das Rupp’s. Unscheinbar von außen, passt es gut getarnt ins Grätzel – innen tut sich eine merkwürdige Verschmelzung zweier Welten auf. Irgendwo in der Mitte zwischen Irish Pub und Wiener Beisl hat das Rupp’s seinen Platz gefunden. Das Ergebnis ist kauzig, jedoch nicht ohne einen gewissem Charme.

Rupp's von innen

Ambiente und Getränkeangebot sagen Irish Pub. Ein paar Kleinigkeiten hier und da sprechen jedoch ganz klar Wienerisch. So vor allem die Speisekarte (gekleidet in typische Wirtshaus-Plastikmappen) – wer hier mehr Exklusivität erwartet, missversteht den Kern dieser urigen Gaststätte. Für viele hauptsächlich ein Trinklokal (Achtung beim Reservieren fürs Wochenende!), lockt das Rupp’s aber mit guten Preisen und noch besserem Geschmack, so dass man oft nicht darum herumkommt (oder kommen will), die eine oder andere Kleinigkeit zu essen zu bestellen.

Zwar stehen, nach alter Pub-Manier, auch einige Burger zur Auswahl, doch die deftige Hausmannskost ist es, für die sich ein Besuch besonders lohnt. In Wien ist gute und vegane traditionelle Küche ohnehin schwer zu finden. Diesbezüglich platziert sich das Rupp’s zweifellos an der Spitze. Die Gerichte sind ausnahmslos vegetarisch und vegan (und dementsprechend gekennzeichnet!) und kommen in sehr großen Portionen. Zur Vorspeise gab es für uns die Frittatensuppe: liebevoll mit frischem Gemüse zubereitet, die Einlage von sehr angenehmer Konsistenz und auch im Geschmack wirklich gut. Es lohnen sich mehrere Besuche, denn, sich durch diese Speisekarte vielseitiger Verlockungen zu kosten ist nicht an einem Abend erledigt. Vom Bratlfettbrot über Bratwürstel und dem obligatorischen Wiener Schnitzel, bis hin zum Reisfleisch ist alles da. Vegan, rustikal und geschmacklich ausgezeichnet. Hier spazieren auch Omnivore überzeugt hinaus.

Das Gulasch an sich ist schon mehr als empfehlenswert. Unser besonderer Geheimtipp ist aber, statt dem Fladenbrot als Beilage einen Semmelknödel (dieser wird sonst nur im Szegedinergulasch mitgeliefert) zu bestellen. – Eine Entscheidung, die man bestimmt nicht bereut. Achtung übrigens bei der Auswahl der Portionsgröße: Das “kleine Gulasch” ist (vor allem mit Knödel) eine heillose Untertreibung. Wer Platz für eine der deliziösen Vor- oder Nachspeisen lassen möchte, ist hiermit gut beraten.

Mit richtig vollem Bauch ist es oft nicht so einfach, direkt die Heimreise anzutreten. Auch dafür hat das Rupp’s eine Lösung parat: Eine Vielzahl von Brett- und Kartenspielen steht bereit, sowie Zeitschriften und anderer Lesestoff. Für die etwas aktiveren Gemüter gibt es außerdem eine Dartscheibe und einen „Wuzzler“. Die Tischreservierung geht ganz einfach vonstatten. Auf der Website gibt es die Möglichkeit, anhand eines Tischplans nach Belieben einen Sitzplatz auszuwählen. Zum perfekten Glück würde dem Rupp’s nun noch ein Schanigarten fehlen. Doch seit der Eröffnung im Jahr 1991 hat sich bereits viel getan. Es bleibt also zu hoffen …

Fazit:
Jederzeit gerne wieder, für zwischendurch, oder als abendfüllendes Programm. Tolles Essen, ein Ambiente, das die Geister scheidet, in jedem Fall aber gemütlich. Manchmal etwas laut und voll, doch nichts, was das Essen nicht mehrfach wettmacht.