Rajput

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Das Rajput in der Wiener Straße wurde mir von vielen Seiten empfohlen. Meine positiven Erwartungen wurden dann aber sogar noch übertroffen. Als jemand, der nicht der aller-aller-größte Fan von indischem Essen ist, war ich hier wirklich rundum glücklich.

Das Ambiente ist auf eine schrullige Art sehr einladend. Überall hängen indische Deko-Artikel und die moderne indische Musik rundet das Bild des schnörkelig-schrillen Lokals ab. Leider aber ist das Rajput ziemlich klein, so dass die wenigen Plätze heiß umkämpft sind und sich eine Reservierung auf jeden Fall lohnt. So bekommt man nämlich auch einen der gemütlicheren Plätze im hinteren Bereich. Im vorderen Restaurantteil hat man zwar eine tolle Sicht auf den Koch und die dampfenden Töpfe, die Sitzgelegenheiten hier sind jedoch nicht allzu bequem. Man sitzt auf Barhockern an erhöhten Tischen, was sich eher dann eignet, wenn man ein kurzes Häppchen zu sich nehmen und schnell wieder abrauschen will. Wer gerne länger verweilt, sollte also sicherheitshalber einen der gemütlicheren Plätze reservieren.

Ich hatte eine Rotlinsensuppe und saftige, in Kichererbsenteig gebackene Melanzani als Vorspeise, dazu Papadam. Als Hauptspeisen habe ich mich durch eine vorzügliche Kartoffel-Karfiol-Mischung, sowie ein Gericht mit passiertem Spinat gekostet. Auch hier muss ich wieder sagen: Für jemanden, der die Liebe für Spinat nicht gerade mit Löffeln gegessen hat, hätte ich diese Köstlichkeit haufenweise in mich hineinlöffeln können. Zur Nachspeise gab es eine köstliche Mangocreme. Ich bin also schwer begeistert von der Küche des Rajput und kann hier nur meine große Empfehlung aussprechen.

Obwohl ich eigentlich auf Anfrage durchaus “scharf” bestellt hatte, erschien mir das Essen nicht sonderlich scharf. Intensiv schmeckten die Speisen aber allemal und so war ich sehr froh, dass ich als Beilagen den Safranreis (der übrigens richtig lecker war) und das handgemachte Fladenbrot bestellt hatte. Kleiner Tipp am Rande: Wer sich für das Chapatti mit Minze interessiert, sollte dieses im Voraus bestellen, da es recht lange in der Zubereitung braucht.

Das Servicepersonal war wirklich sehr zuvorkommend. Schrullig, aber sehr nett, genau wie auch der Rest dieses reizenden Etablissements!

Das Rajput hat sich neben indisch-pakistanischer und ayurvedischer Küche übrigens auch auf rein pflanzliche Fleisch-Alternativen spezialisiert. Hier gibt es Fleischgerichte mit Huhn, Lamm und Rind, die auf Wunsch alle auch vegan bestellt werden können. Auch die Lassis können vegan zubereitet werden! Diese fortschrittliche Einstellung macht das Rajput natürlich zu einem ganz besonderen Geheimtipp im ländlichen St. Pölten. Auf der Website des Lokals werden die Gründe und Motivationen für den veganen Betriebsmodus mit Stolz verkündet und für so manche Skeptiker_innen auch näher erklärt. Auch eine genaue Aufschlüsselung der zwölf unterschiedlichen Schärfegrade (von “normal” über “europäisch” bis zu “indisch” in verschiedenen Abstufungen) findet sich auf der Online-Präsenz des Rajput. Das kann recht hilfreich sein, doch soll kein Grund zur Sorge für jene sein, die bei scharfem Essen eher empfindlich sind, denn – wie bereits erwähnt – war unsere, als “scharf” bestellten, Hauptspeisen eher mild.

Auch eine Bestellung direkt von zuhause ist möglich. Diese kann entweder zugestellt, oder direkt im Lokal abgeholt werden. Im Sommer befindet sich vor dem Restaurant übrigens auch ein kleiner, aber feiner Gastgarten, wo auf einem Fleck Kunstrasen unter drei großen Sonnenschirmen geschlemmt werden kann.