Eis-Greissler

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Als der Eis-Greissler 2011 in der Rotenturmstraße eröffnete, schlängelte sich in den ersten Wochen eine lange Linie von Menschen die Rotenturmstraße entlang, wartend, einen Blick und einen Happen der neuartigen Eisdiele zu erhaschen. Neu in Form und Aufmache, neu im Geschmack. Eine frische Brise in der Wiener Eislandschaft. Noch vor Veganista-Zeiten eröffnete die winzige Eisdiele und lockte bereits im Vorfeld mit einem entzückenden Äußeren, gekonntem Marketing und der reizvoll-trendigen Mischung aus Bio, Natur und Design.

Vier Jahre später gibt es die lange Warteschlange immer noch. An heißen Sommertagen sollte man sich am besten schon auf den Weg machen, bevor die große Eislust überhaupt zuschlägt. Das Publikum besteht aus Tourist_innen, eingefleischten Greissler-Fans, sowie zufällig Vorübergehenden, die, von der Neugier über den Ansturm gepackt, sofort auch unbedingt kosten müssen (und die Fraktion der Greissler-Fans zum Wachsen bringen).

Das Design des Ladens ist unverkennbar: Blau-Weiß kariert mit weißer Borte und einer Eis-Tafel wie aus früheren Zeiten, als die Milch für das Eis noch vom Bauern nebenan kam. Tatsächlich ist es genau das, womit der Eis-Greissler wirbt: selbst gemolkene, frische Biomilch von frisch-fröhlichen Kühen namens Anna, Berta und Mitzi. Lieblich, familiär und geschmackvoll.

Wir haben es jedoch auf die Sorten ohne Anna, Berta und Mitzi abgesehen. Denn auch für veganes Eis war der Eis Greissler eine der frühesten Anlaufstellen. „Aus Muh wird Wow“ ist der Slogan des Ladens. Wow geht, wie wir wissen, aber auch ganz ohne Muh. Muh-elos fabrizieren die Eis-Greisslerin und ihr Mann veganes Eis in vielerlei Geschmäckern.

Der Geschmack ist es, der hierbei im Vordergrund steht. Es fällt schon beim ersten Hinschlecken auf, wie natürlich das Eis ist. Die herrlich fruchtigen Sorbets in Varianten wie Kürbis, Cranberry und steirische Kiwi zum Beispiel. Aber auch Creme-Eis bleibt veganen Schleckermäulern nicht ganz verwehrt. Pistazieeneis auf Hafermilchbasis, Vanille-Chai, Mandel, Walnuss, Edelbitterschokolade mit Sojamilch… Die Geschmacksrichtungen variieren regelmäßig und es kommen nach und nach viele neue – auch vegane – Sorten dazu.

Immer wieder verwöhnt der Eis-Greissler mit ausgefallenen Kreationen wie Bärlauch-Zitrone, oder aber saisonalen Specials wie Glühmostsorbet, Bratapfel und Eis-Sandwiches aus Weihnachtskeksen. Sooo süß! Apropos süß – ein weiterer Pluspunkt des Greissler-Eises ist, dass es durch die naturbelassene Herstellung weitaus weniger süß schmeckt, als so manches traditionelle Eis und lässt so auch Platz für eine Kugel mehr im Magen.

Mittlerweile ist die Greisslerei um zwei weitere Filialen gewachsen. Eine direkt auf der Mariahilferstraße und eine in Graz. Das liebevolle, markante Design zieht sich aber durch. Das blau-weiße Eis-Emporium wächst und wächst – und mit ihm auch die Auswahl an leckeren veganen Sorten. Diese sind übrigens vor Ort als solche ausgewiesen. Aufgepasst aber bei einer Reise nach Graz, denn die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen variieren in den beiden Bundesländern! So ist beispielsweise das Kaffee-Eis nur in Graz vegan – in Wien nicht.

Traurigerweise überwintert der Eis-Greissler und lässt uns bis zum Frühling ganz eislos allein. Umso mehr kann man sich dafür aber auf jenen Tag freuen, da er wieder aufsperrt – und man ein nettes, ausgiebiges Pläuschchen mit ebenso an Entzug leidenden Eis-Gourmets in der Schlange vor dem Lokal halten kann.