Deli Bluem

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“Deli Bluem” klingt nicht nur süß und blumig, das Lokal ist es auch. Schon beim ersten Betreten war ich ganz entzückt über die hübsche Einrichtung. An der Decke hängen Luster mit hübschen Kunstblumen und die Farbgebung des Lokals in türkis und violett ist sehr stimmig.

Das Deli Bluem schafft es, in seiner Schlichtheit trotzdem sehr reizvoll und außergewöhnlich zu sein. Hier wird mit simplen Mitteln etwas Besonderes erreicht. Die Einrichtung ist sehr stilvoll und minimalistisch und verströmt ohne jeglichen Schnickschnack trotzdem eine gewisse Gemütlichkeit. So auch die Speisen. Einfache Zutaten in raffinierten Kombinationen überzeugen durch ihre Außergewöhnlichkeit. So zum Beispiel die Melanzani mit Safranjoghurt, Granatapfel und Pinienkernen, oder der Fenchel-Orangen-Salat mit Rucola und gerösteten Haselnüssen.

Hinter der gläsernen Theke kann man die rein veganen, täglich frischen Delikatessen bestaunen, die einladend und appetitanregend in großen Tellern und Schalen präsentiert werden. Alles ist bunt und kreativ angerichtet. Die farbenfrohen Speisen machen neugierig, so dass man am liebsten alles auf einmal probieren möchte.

Das Essen dort ist nicht einfach nur hübsch und lecker. Es wird von und für ernährungsbewusste Genussmenschen gemacht – und zwar alles mit dem Hintergedanken der Nachhaltigkeit und der ganzheitlichen Gesundheit. Die verschiedenen Gerichte sollen alle einen bestimmten biologischen Sinn erfüllen. So sind sie zum Beispiel stärkend, beruhigend, reinigend, erfrischend, wärmend und vieles mehr. Je nachdem kann man sich aussuchen, was der momentanen Tagesverfassung am besten entspricht.

Dem oben erwähnten Melanzanigericht wird, um ein Beispiel zu nennen, eine ausgleichende und belebende Wirkung nachgesagt. Die Kombination aus kühlender, blutbildender Melanzani, dem stärkenden Sojajoghurt und dem wärmenden Granatapfel sollen Ausgeglichenheit schaffen und sich belebend auf das Blut auswirken. Es stecken also genaue Überlegungen hinter diesen Gerichten. Und all jene, denen das alles zu esoterisch anmutet, können sich immer noch vom Geschmack überzeugen lassen.

Die Deli Bluem’sche Cuisine schöpft aus Traditionen der unterschiedlichsten Länder der Welt und lässt sich dabei aber auch immer von der regionalen Ernte leiten. Gemüse wird frisch gekocht und dementsprechend wird die Tagessuppe, sowie das täglich wechselnde warme Hauptgericht, dem aktuellen Marktangebot angepasst.

Eine große Empfehlung kann ich für das Reis-Congee aussprechen. Dieses in Asien sehr verbreitete Gericht ähnelt ein bisschen dem Porridge und wird mit süßen oder pikanten Zutaten verfeinert. In Asien ist Congee hauptsächlich ein Frühstücksgericht, doch ich finde, es passt zu jeder Tageszeit. Sowohl die süße, als auch die herzhafte Variante haben es mir sehr angetan. Beide können individuell aus einer Reihe von Zutaten zusammengestellt werden.

Das Praktische am Deli Bluem ist, dass man selbst entscheiden kann, wieviel man wovon isst. Die Tellergröße kann je nach Hunger gewählt und drei bis vier Gerichte können frei kombiniert werden. Und das ist auch gut so, denn die Wahl zwischen all den bunten Speisen fällt oft schwer. Außerdem gut zu wissen: Die Hauptspeisen sind in der Regel glutenfrei – und wenn nicht, dann sind sie als solche gekennzeichnet. Preislich bewegt sich das Deli Bluem ein bisschen im oberen Bereich. So richtig durchkosten kann man sich also nur, soweit es die Geldbörse erlaubt.

Auf gesund, extravagant und schick wird auch bei den Getränken gesetzt. Statt Cola gibt es Lavendel-Limonade. Auch leckere Smoothies stehen im Angebot, wie zum Beispiel Banane-Dattel, Berries & More und der gute alte Green Smoothie. Einen solchen habe ich mir einmal bestellt. Serviert wurde mir dann allerdings ein Kraut-Smoothie. Der Grund: Die Zutaten für den Green Smoothie waren aus. Nun wäre ich in diesem Fall doch gerne zumindest vorher gefragt worden – vor allem, wo doch ein Kraut-Smoothie doch eher ein Getränk ist, bei dem sich die Geister scheiden.

Ansonsten ist das Personal im Deli Bluem aber recht nett, wenn auch zum Teil nicht das aufmerksamste, das mir in der Gastronomie je begegnet ist.

Auch frühstücken kann man im Deli Bluem sehr gut. Neben dem à la carte Sortiment, das aus süßen und pikanten Aufstrichen, Müslis und mehr besteht, gibt es auch spezielle Frühstücks-Combos. Die Auswahl ist liebevoll zusammengestellt. Nach Weltstädten sortiert, kann man sich kulinarisch mal eben nach Zürch, Tokio, Jaffa – und am Wochenende sogar nach New York – frühstücken. Stark empfehlen kann ich die asiatische Variante. Sie enthält eine Miso Suppe, ein süßes Congee, sowie Genmaicha Tee. Die Preise reichen hier von 11,50 bis 14 Euro.

Nicht zu verachten sind auch die Desserts. Von Klassikern wie Brownies und Streuselkuchen mit Früchten der Saison, über Banana Bread und Schoko-Mousse bis hin zum feinen Lavendel-Cheesecake ist alles dabei, was das Herz begehrt.

Das Deli Bluem kann übrigens auch zum Feiern gemietet werden. Täglich ab 19 Uhr stellt sich das Lokal für Gruppen ab zehn Personen zur Verfügung. Hierfür finden sich auf der Website verschiedene Menüvorschläge mit drei bis fünf Gängen zur Auswahl.

Eine sehr nette Idee finde ich die Möglichkeit, einen Kochabend zu veranstalten. Gruppen, die gemeinsam kochend einen lustigen Abend verbringen möchten, stellt das Restaurant seine Küchenräumlichkeiten zur Verfügung. Abende wie diese können ganz kreativ und individuell selbst oder gemeinsam mit dem Deli Bluem Team gestaltet werden.

Dass das Catering mit dem Deli Bluem Team wie geschmiert funktioniert, kann ich aus eigener Erfahrug bestätigen. Die Speisen sind wie immer lecker und wenn die Chefin selbst vor Ort ist, erklärt sie mit Freude genauere Details zu Herkunft und Ingredienzien der Dinge, die aufgetischt werden. Natürlich wird auch hier auf Nachhaltigkeit gesetzt. Die liebevollen, umweltfreundlichen Verpackungen und Serviergeschirre reichen bis zum (biologisch abbaubaren und theoretisch sogar essbaren) Löffelchen aus Maisstärke.

Doch das ist noch nicht alles! Das Deli Bluem bietet nämlich auch regelmäßig Kochkurse an, die zum Beispiel den Einstieg in die pflanzliche Küche erleichtern, oder vegane Rezepte zu verschiedenen Themen ausprobieren lassen – und dabei kann man auch noch einiges über die Eigenheiten der verwendeten Zutaten, sowie saisonales Gemüse, seine Wirkungsweisen und Zubereitungsmöglichkeiten lernen. Supernett: Bei einem im Preis inkludierten Begrüßungssüppchen erhält man zuerst einmal eine kleine Einführung in die pflanzenbasierte Küche.

Ein sehr netter, schattiger Gastgarten macht das Deli Bluem im Sommer zu einem ganz besonderen Geheimtipp. (Psst! So geheim ist es gar nicht mehr, denn der Gastgarten ist meistens voll.) Neben dem Hamerlingpark in einer Seitenstraße gelegen, ist das Lokal ein idealer Ort zum Verschnaufen und Energietanken.

Die zweite Filiale des Deli Bluems befindet sich im Volkskundemuseum im Palais Schönborn, direkt beim Schönbornpark. Der kleine Garten des Palais macht seinem Namen alle Ehre, denn er ist wirklich schön. Hier kann man mitten in Wien dem Stadttrubel entfliehen und ein bisschen Ruhe tanken. Bei nicht so warmem Wetter werden sogar Decken zur Verfügung gestellt. Ob als kulinarische Pause nach dem Museumsbesuch oder für einen kurzen Snack in der Mittagspause, lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall.