Was heißt denn eigentlich „vegan“?

I am vegan. Ma olen vegan. Saya vegan. Io sono vegano. Überall auf der Welt sagen immer mehr Menschen diesen Satz und spätestens beim Restaurantbesuch muss klar sein, was das heißt: „Ich bin vegan. Ich esse keine tierischen Produkte. Nein, keine Kuhmilch und auch keinen Honig.“

Doch woher kommt eigentlich das Wort „vegan“?
Der Begriff „vegan“ geht auf den Engländer Donald Watson zurück. Watson wurde 1910 geboren und war bereits mit 14 Jahren Vegetarier. 20 Jahre später gründete er mit ein paar Freunden die Vegan Society. Für diese Gemeinschaft suchten sie nach einem Wort, das die Lebenseinstellung der Gründer bezeichnen sollte.

„Vegetarisch“ war zu dieser Zeit bereits ein bekanntes Wort, das damals wie heute ein Leben ohne Fleisch oder Fisch bezeichnet. Für die vegane Ernährung genügte dieses Wort nicht, also musste ein neues her. Dafür entfernten sie einfach ein paar Buchstaben und schufen so die Bezeichnung „vegan“, die sie vom englischen Wort für Gemüse („vegetable“) herleiteten.

Die Ursprünge dieses Wortes reichen aber viel weiter. Denn selbst, wenn Watson sein Wort aus dem englischen Begriff für Gemüse bastelte, besteht zwischen „vegetable“ und dem lateinischen Verb „vegetare“ ein sprachgeschichtlicher Zusammenhang. „Vegeto“ kann „ich belebe“ bedeuten, aber auch „ich setze körperlich und geistig in Bewegung“ – das Adjektiv „vegetus“ meint also körperlich und geistig belebt. Sofort muss man an den berühmten Aphorismus „Mens sana in corpore sano“, ein gesunder Geist in einem gesunden Körper, denken.

Viele VeganerInnen werden sich bestätigt fühlen, dass die Wortwurzel des Veganismus sich nicht nur auf einen gesunden Körper, sondern auf ein belebtes und agiles Köpfchen bezieht. Dass die vegane Ernährung jedenfalls körperlich gesund hält, konnte auch der Erfinder des Wortes, Donald Watson, im hohen Alter bestätigen: „Der Fakt, dass ich immer noch hier bin und schon fast 20 Jahre länger lebe als der durchschnittliche Mann in diesem Land, legt nahe, dass da etwas ist im Langzeitvegetarismus.“